Wir können mehr.
Soft-girl-era, Looksmaxxing, Tradwife und was?!
Auf TikTok und Instagram kursieren Begriffe, die locker, ästhetisch und harmlos wirken. Viele dieser Trends transportieren jedoch ein gemeinsames Muster: Frauen sollen weicher, abhängiger, angepasster und stärker über ihr Aussehen definiert sein. Dieses Lexikon ordnet die Trends ein und zeigt, was dahintersteckt.
Divine Feminine Energy
Was es ist
Die Idee, Frauen hätten eine „weibliche Energie“ (empfangen, fließen, sein) und Männer eine „männliche“ (handeln, führen, leisten).
Was daran problematisch ist
- Die Einteilung beruht auf Stereotypen, nicht auf wissenschaftlicher Evidenz.
- Ehrgeiz, Durchsetzung und Führung gelten als „unweiblich“. Das kann Frauen von Karrierewegen abhalten, gerade in MINT-Berufen.
- Der Trend verpackt Passivität als Spiritualität.
Girl Math
Was es ist
Scherzhafte „Rechenregeln“, mit denen Ausgaben schöngerechnet werden, zum Beispiel: „Was ich zurückgebe, war gratis.“
Was daran problematisch ist
- Der Trend bedient das Klischee, Frauen könnten nicht mit Geld umgehen.
- Er verharmlost Impulskäufe und fehlende Finanzplanung.
- Finanzwissen ist eine Grundlage für Unabhängigkeit. Die Lücke zwischen den Geschlechtern bei Vermögensaufbau und Altersvorsorge ist real.
Looksmaxxing
Was es ist
Systematische Optimierung des eigenen Aussehens, von Hautpflege über Fitness bis zu operativen Eingriffen. Der Begriff stammt aus Männer-Foren, ist inzwischen aber auch unter jungen Frauen verbreitet.
Was daran problematisch ist
- Der Selbstwert wird auf messbare Attraktivitätsmerkmale reduziert.
- Der Trend fördert Vergleichsdruck, ein gestörtes Körperbild und riskante Praktiken.
- Zeit und Energie fließen in Aussehen statt in Fähigkeiten und Ziele.
Pink-Pill-Content
Was es ist
Das Gegenstück zur „Red Pill“ der Manosphere. Es propagiert, Frauen sollten sich ihrer „wahren Natur“ fügen: gefallen, sich unterordnen und versorgen lassen.
Was daran problematisch ist
- Der Trend spiegelt die Logik der Manosphere und verstärkt Geschlechter-Lagerdenken.
- Er stellt Gleichberechtigung als Irrweg dar.
- Er erzeugt Schuldgefühle bei Frauen, die Karriere und Selbstständigkeit wollen.
Provider & Princess Treatment
Was es ist
Die Erwartung, dass ein Partner finanziell versorgt, Rechnungen übernimmt und die Partnerin „wie eine Prinzessin“ behandelt.
Was daran problematisch ist
- Wer bezahlt, bestimmt oft mit. Das begünstigt ein Machtgefälle in der Beziehung.
- Beziehungen werden als Tauschgeschäft dargestellt.
- Das Modell blendet aus, dass ein einzelnes Einkommen ein Risiko ist, für beide Seiten.
Soft Girl Era
Was es ist
Ein Lifestyle-Trend um Sanftheit, Selbstfürsorge und Rückzug von Leistungsdruck.
Was daran in Ordnung ist
- Selbstfürsorge und das Setzen von Grenzen sind positiv.
Wo es kippt
- Ambition, Wettbewerb oder Konfliktfähigkeit werden pauschal als „hart“ oder „toxisch“ abgewertet.
- Aus Selbstfürsorge wird dann ein Rückzug aus Gestaltungsmöglichkeiten.
Tradwife-Content
Was es ist
Videos und Bilder, die ein traditionelles Hausfrauen-Ideal zeigen: Backen, Haushalt, Kinder, der Mann als Alleinverdiener.
Warum es wirkt
Die Inhalte sind ästhetisch und versprechen Ruhe, Sinn und Entlastung vom Alltagsstress.
Was daran problematisch ist
- Finanzielle Abhängigkeit vom Partner bedeutet ein erhöhtes Risiko bei Trennung, Krankheit oder Arbeitslosigkeit.
- Wer Erwerbsarbeit unterbricht, hat später niedrigere Pensionsansprüche.
- Viele Creator verdienen mit dem Content selbst Geld. Das gezeigte Modell entspricht also oft nicht ihrer Lebensrealität.
- Der Trend ist häufig mit konservativen bis rechten Ideologien verknüpft.
Eine Kampagne, die mit unserer Zielgruppe entstanden ist.
Welche Trends begegnen ihr im Alltag, welche Themen beschäftigen sie wirklich? Ihre Antworten prägen die Inhalte der Kampagne. Ihre echten Handschriften haben wir digitalisiert und in die Kampagne übernommen.

Mehr darüber erfahren?
Folge uns auf Instagram. Wir sprechen dort über diese Trends und darüber, was Frauen in MINT stattdessen sichtbar macht.
Arbeitsblätter
zum Podcast
DownloadenFür Schulen





